Anfang des Jahres 2014 wurde bei Räumarbeiten auf dem Äußeren Plauenschen Friedhof die Grabstelle des Feldwebels der Freiwilligen Feuerwehr Plauen, Kamerad Otto Steglich, entdeckt.

Die Kameraden der Kaitzer Feuerwehr um Frieder Hofmann nahmen sich der Pflege der Grabstätte an und ehren den beim Hochwasser der Weißeritz 1897 umgekommenen Kameraden jährlich an dessen Unglückstag. Regelmäßige Teilnehmer an der Feierlichkeit sollten allerdings nicht annehmen, dass die übliche Ansprache von Kam. Hofmann nichts Neues bringen würde.

Er überrascht immer wieder mit neuen Tatsachen, die er bei seinen Archivuntersuchungen aus den Tageszeitungen des 19. Jahrhunderts immer wieder findet. So zitiert er aus den Dresdner Nachrichten vom 1. August 1897:

Einen herben Verlust hat auch die freiwillige Feuerwehr Plauens zu beklagen, die im Verein mit dem hilfsbereiten Militär und den Angehörigen der verschiedenen Orstbehörden in rührendem Opfermuth mit Riesenkräften sich den Rettungs und Bergungsarbeiten hingab. Unter den Eifrigsten befand sich auch der freiwillige Feuerwehrmann, Uhrmachermeister Steglich, der sich vorgestern Abend in einer kurzen Mußestunde zu seinem Vater, einem Weichensteller an der Eisenbahnhaltestelle Plauen, begeben wollte, um nach demselben zu sehen. Kurz hinter dem Forsthaus wankte der vom Wasser unterwühlte Boden unter seinen Füßen, und ehe der brave Sohn nur den Versuch machen konnte, festes Land zu gewinnen, hatten ihn schon die Fluthen fortgerissen.

Die Neuesten Nachrichten schrieben am 10. August 1897 über die Beisetzung von Otto Steglich.

Seine Leiche wurde aus Sörnewitz bei Meißen nach Dresden gebracht, wo diese an der Ortsgrenze von einem Feuerwehrkommando mit Fackeln in Empfang genommen wurde.

Dem Verblichenen wurde alle Ehre zu Teil gebracht. Es nahmen Vertreter der Turnerabteilung, der Gendarmerie, des Militärvereins, der Männergesangverein, der Gemeinderat mit Gemeindevorstand Abschied. Auch Brandmeister Hermann von der Berufsfeuerwehr Dresden und Brandmeister Naumann aus Tharant gedachten dem Toten mit einer Blumenspende.

Die Anwesenden gedachten am 31.07.2021 in einer Schweigeminute, welche mit 6 Glockenschlägen der Friedhofsglocke begleitet wurde. Da den Kaitzer Kameraden für die Gestaltung der Grabstätte Fördermittel zugesprochen wurden, kann das Grab von Otto Steglich noch würdevoller gestaltet werden.

Von DS